Vierzig Tage nach Ostern feiern wir Auffahrt. Jesus verschwindet in einer Wolke, die Jünger stehen da und schauen in den Himmel. Eine verrückte Geschichte.
Die ersten Christen mussten klarkommen ohne charismatischen Anführer, ohne jemanden, der weiss, wie es funktioniert. Sie waren auf sich selbst zurückgeworfen – und sie haben trotzdem weitergemacht. Sogar mit grosser Freude (Lk 24).
Wir leben in einer Zeit, in der viele nach klaren Ansagen suchen, nach starken Führungsfiguren, nach einfachen Wahrheiten. Auffahrt erzählt das Gegenteil: dass Abwesenheit produktiv sein kann. Dass wir selbst denken und glauben müssen. Das ist anstrengend – aber auch befreiend.
Wir sind dabei nicht allein: Pfingsten kommt noch. Und damit Gottes Geist – die Kraft, die inspiriert, verbindet, ermutigt. Aber eben nicht bevormundet, sondern trägt.
Frohe und hoffnungsvolle Auffahrtstage!
Christina Aus der Au, Kirchenratspräsidentin