Karfreitag erinnert an das Kreuz Christi. An das Kreuz, das unter uns Menschen seine Realität hat, erinnert uns vieles: Kriege mit ihren Opfern; Ungerechtigkeiten zwischen arm und reich; Krankheiten, die Menschen ins Leiden bringen; Schweres, das uns drückt. Das Kreuz Christi erinnert uns, dass Christus und mit ihm Gott selbst am Ort des Kreuzes ist. Er ist durch alles Elend gegangen, durch Schmerz, durch Ablehnung der Menschen. Die abgebildete Ikone zeigt ihn mit dem Kreuz im Heiligenschein. Es spricht mich an, wie Christus den Arm um den Mann – Abt Menas – legt. Sein Gesichtsausdruck lässt mich denken, dass er eine schwere Zeit durchmacht. So sagt mir die alte Ikone: Christus ist bei uns auch in unseren Kreuz-erfahrungen. Eigenartig ist der Arm Christi, der so dünn gemalt ist. Wollte der Maler dem Ausdruck geben, dass wir in schweren Zeiten oftmals zweifeln an der Tragkraft des Glaubens? Und doch ist Christus da, mitten drin, mit uns. Neben ihm steht in griechisch «Retter». Vielleicht ist das etwas vom tiefsten im Glauben, im Schweren letztlich ihn selbst zu erfahren, der nach dem Kreuz an Ostern auferstanden ist und lebt.
Pfarrer Markus Aeschlimann, Klinikseelsorger Station Bodan - Rehaklinik Zihlschlacht AG